Camper Wochenende in Dänemark

Urlaub mit dem Wohnmobil

Freitag

Freitagnachmittag und es geht nach Flensburg; wir möchten für ein Wochenende die Camper-Freuden (nicht Camping-Freuden!) kennenlernen. Die Fahrzeug-Übernahme erweist sich als unkompliziert, nach Umladen und einigen Nachfragen rollen wir vom Hof, am Steuer die Gattin die offenbar diesem Moment schon länger entgegengefiebert hat.

In Dänemark ist viel Verkehr und das Wetter zeigt sich von einer oft bekannten dänischen Seite: Schietwetter. Der Camper selbst fährt sich erstklassig, gelassene 200 PS und man sitzt einfach fantastisch. Und genießt den Ausblick, auch auf Regen und Stau. 

Gegen 18 Uhr sind wir in Ry, das ist eine nette Kleinstadt in der Nähe von Silkeborg. Ein kleiner Spaziergang durch den Ort, dann ein Abendessen im Cafe Nem, was gut klingt aber letztlich eine Art Cafeteria des hiesigen Kvickly-Marktes ist. Die Kvickly Kette schlossen wir bereits an diesem Wochenende in unser Camperherz. Eine gute Anlaufadresse für Leute, die in ihrem Camper nicht brutzeln wollen.

Danach starten wir Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir haben Lust auf Illegales und wollen nicht auf einen Zeltplatz. Wir cruisen durch die sehr schöne und etwas hügelige Landschaft und finden schließlich einen Parkplatz mitten im Wald. Sehr abgelegen und idyllisch aber warum steht hier ein japanischer Mittelklasse-Kombi, so mitten im Wald? Wir entschließen uns zu bleiben, Japan ist weit weg und es gibt auch keinerlei Verbotsschilder. Ein einsamer Jogger kommt nochmal vorbei und guckt neutral. Dann ist die Sonne endgültig untergegangen und es ist rundum stockdunkel. Unsere erste Nacht in der Wildnis und im Camper liegen vor uns.

In der Nacht dann erstaunliches: Gegen 21 Uhr kommen drei Frauen aus einem Nebenweg auf den Parkplatz. Sie suchen und suchen (was nur ???) und leuchten mit ihren Taschenlampen immer wieder in den Japan-Kombi. Dann verschwinden sie. und tauchen später wieder aus dem Dunkel auf. Ist das hier ein dänischer Hexentanzplatz, was sind das für Rituale? Wieder suchen sie mit ihren Taschenlampen und auch kräftigerRregen machen dem Spuk noch kein Ende. Dann fährt ein PKW auf dem Weg vorbei. Die Frauen rufen irgendwas und rennen hin aber der PKW, offenbar auch gar nicht im Klaren über den Standort der drei Damen und ortsfremd, fährt vorbei. Fünf Minuten später kommt er zurück und hält an. Eine Frau steigt ein, der Wagen verschwindet wieder in der Nacht. die beiden anderen Ladies kommen zurück, leuchten wieder suchend umher und verschwinden dann endgültig in der Nacht. Und jetzt die 1000 kr Frage: An was für einem Vorgang haben wir da indirekt teilgenommen? Die dänischen Wälder, klein aber voller Rätsel. 

Samstag

Nach dieser erstaunlichen Nacht startet der nächste Tag mit einem schönen Highligt: Ein unbekannter Jogger winkt meiner Frau zu, die im Höschen vor dem Camper steht und sich anzieht. Die Dänen sind ein freundliches Volk. 

Anschließend geht es ins bereits bekannte Cafe Nems wo man uns ein Brötchen mit Schweinebraten zum Frühstück anbietet. Tatsächlich sehr schmackig, dazu gibt es Spandauer. Das sind diese leckeren dänischen Kuchen mit dem herrlich gelben Pudding. 

Danach bummeln wird nochmals durch Ry und entdecken endlichen den kleinen Schiffsanleger am Julsö. Sentimentale Spurensuche aus der Kindheit aber die Dänen haben ein gutes Gefühl dafür, Altes zu erhalten und Neues zu bauen. Die Spurensuche macht Spaß!

Dann geht es zum Himmelberg, Dänermards zweithöchster Erhebung. Wir besteigen die 147 Meter ohne Sauerstoffmasken und genießen die herrliche Aussicht über die Landschaft und den Julsö. Diese Gegend scheint bei vielen deutschen Urlaubern immer noch nicht so bekannt zu sein, offenbar fahren vielen nur an die Nordsee. Selber schuld und uns ist es recht. 

Wir fahren an die Ostseeküste, nach Ebeltoft. 130 ziemliche entspannte Kilometer mit einem lässig schnurrenden VW-Camper. Ebeltoft selbst ein sehr hyggeliger kleiner Ort mit einer hübschen Altstadt, kleinen Cafés und Geschäften. Wir bummeln, kehren ein und dann veredeln wir die Sache mit Boppelwafflern oder so ähnlich: Frisch gebackene Waffeln mit Eis. Sehr lecker und ein direkter Vitaminstoß in die Hüftregion. 

Wir starten den Camper und cruisen etwas über die Insel. Wir entdecken einsame Sträne, versteckte Ferienhausgebiete und noch mehr Platz, um die Seele baumeln zu lassen. Wir fühlen uns wohl und genießen jede Minute. Dann suchen wir einen Platz für die Nacht. Eigentlich wollen wir wieder ein bisschen „illegal“ aber klare Verbotsschilder am ausgewählten Platz bewegen uns zum Umdenken. Kein Problem; in Ebeltoft ist ein ganz passabler Campingplatz und für 180 kr kriegen wir einen Spitzenplatz für die Nacht mit direktem Meerblick. Für 120 kr hätten wir auch auf einem Parkplatz vor dem Campingplatz stehen dürfen aber das konnte uns dann nicht so locken. Danach sind wir sehr dankbar für die heißen Duschen und die Toiletten und lassen den Abend auf einer Bank direkt am Meer ausklingen. Etwas Käse, Bier und Wein und man stellt fest, mit wie wenig man glücklich sein kann. 

Camping Wohnmobil

Sonntag

Eine ruhige Nacht liegt hinter uns. Die freundlichen Dauerdänen hinter uns haben das Fernsehgerät im Vorzelt irgendwann ausgemacht und erst um 9 Uhr morgens wieder an. Wir genießen nochmal die schönen Duschen, packen unsere Siebensachen und steuern den nächsten Kvickly-Markt an. Diese schönen dänischen Verbrauchermärkte haben sieben Tage die Woche geöffnet und selbst am Sonntag morgen um halb zehn gibt es ein unglaublich umfangreiches Kuchen-, Brot- und Sandwich-Angebot. Ein echter Tipp für Camper!  Wir kaufen Kuchen (natürlich Spandauer!), ein großes Roastbeef-Sandwich dazu eine Morgen-Latte und fahren damit zum nächsten Strandparkplatz. Tür auf, Sessel gedreht, Tisch aufgeklappt und wir frühstücken mit direktem Blick auf die blaue Ostsee.  Anschließend fahren wir nach Esby, ein abgelegener Ort auf einer kleinen Halbinsel. Hier lockt uns eine kleine Cache-Tour (die Neucamper sind auch Geo-Cacher). Die Landschaft ist erstaunlich hügelig und führt uns über Felder und kleine Wege direkt ans Meer. Draußen ziehen in der Ferne Schiffe vorbei und dicht unter Land kreuzen kleine Segelboote. Wunderschön. Gegen Mittag drehen wir dann auf Heimatkurs. Kurz vor der Grenze machen wir dann noch den Schlenker, den viele Dänemark-Fahrer kennen, um die letzten Kronen auf den Kopf zu hauen: Es geht nochmal zu Annis Hotdog-Stand an den Fjordvey mit direktem Blick auf die Ochseninseln und die Flensburger Förde. Mit Pommfreter und Hotdog beenden wir formell den Dänemark-Trip mit „unserem“ Camper. 20 Minuten später ist das Auto wieder „im Stall“ in Flensburg und unsere Sachen im eigenen PKW. 

Fazit: Wir sind angefixt, das machen wir wieder!

1 Kommentar zu „Camper Wochenende in Dänemark“

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